Promo

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken Samuel Johnson

Meine Leidenschaft für Wortkreationen wird beglückt. Ich lese gerade Gelassenheit für Anfänger. Und das Kapitel "eigene Denkmuster zu durchschauen", fällt puzzlepassmäßig in meine derzeitige Lieblingsbeschäftigung. Sich nämlich wieder mal anzusehen, mit welchen Worten ich gerade so über mich, Gott und die Welt denke. Und damit meine Laune bestimme.

Die Autoren Aljoscha Long und Ronald Schweppe nennen das Verallgemeinern oder Wiederholen einschränkender Glaubenssatzbestandteile wie: schrecklich, furchtbar, katastrophal, immer (ich), alle (sind gegen mich), keiner (liebt mich) nie (passiert, was ich will), und die Highlightwörter "müssen" und "sollen": "katastrophieren".

Die (katastrophische) Logik dahinter ist: Ich fühle mich so wie ich denke. Denke ich mich in Vorfreudegedanken, schwebe ich im siebten Himmel, egal was um mich herum für Katastrophen passieren, denke ich katastrophisch (neues Lieblingswort, auweh;-)), sinkt meine Laune Richtung unterirdisch und reißt da ziemlich viel mit. Ich halte ja nicht so viel von positiven Denken – sofern es oberflächlich und ohne Herzmitnahme bleibt - aber der eigene Denkapparat ist ganz schön mächtig. Und deswegen wäre es gut, ich geb die Richtung vor wo's langgeht, statt umgekehrt.

Und so krame ich gleich in meinem Wortschatzarsenal….

Nie schaffe ich es dauerhaft schlank zu sein, immer versage ich, immer wieder nehme ich zu, ich muss wieder mal abnehmen, ich sollte endlich mal vernünftig werden…….. Puuh, …….Essenssätze, Gewichtssätze sind prädestiniert für einen Wortgebrauch, der mich – statt die Kilos - ruckizucki dezimiert. (was natürlich auch auf andere Lebensdenkbereiche zutrifft…..nie krieg ich xy auf die Reihe, immer mache ich denselben Fehler…etc., etc., etc.)

Wie denke ich besser, konstruktiver? Ohne in reine Verbalkosmetik abzugleiten?

Ein Versuch:

Nie schaffe ich es dauerhaft schlank zu sein, immer versage ich…..

Der alternative ( korrigierende?) Satz: ich schaffe es dauerhaft schlank zu sein, ……. nein, der passt für mich nicht, der kommt mir wie eine Mogelpackung vor. Wie ein fake-Satz. Den glaub ich nicht, was ziemlich gute Bedingungen dafür setzt, dass ich das auch "inhaltlich" nicht glaube. Und dann "unbewusst" danach lebe und esse…….

………Hm, "eigentlich" wollte ich mit einem leichten Beispiel beginnen. Und merke gerade, dass ich mir einen Riesenbrocken ausgesucht habe, wie um mir zu beweisen, dass das nicht funktioniert, dass mit den "richtigen" Worten zu denken. Aber, wenn ich den Satz nicht so umformulieren kann, dass er mir gut tut, dann kann ich ihn "eigentlich" auch gleich ganz "hinausschmeißen"? Denn, wozu brauche ich ihn? Und: brauche ich ihn überhaupt und wirklich?

"Muss" ich denn dauerhaft schlank sein? Wozu? Wird die Welt davon besser? Wird meine Welt davon besser?

Nun, ich "befürchte": Die Welt dreht sich in ihrem Rhythmus weiter, egal ob ich mehr oder weniger wiege, sie hängt deswegen nicht tiefer im Weltall rum oder schwebt leichter vor sich hin. Was im übertragenen Sinn auch für meine eigene kleine Welt gilt. Meine Probleme bleiben (unkatastrophische) Probleme (und jetzt meine ich mal so wirklich alle Probleme), sie verstärken sich nicht, nur weil mich die Hose kneift. Sie werden nur "dunkler" weil meine Grundlaune an der begrenzten Elastizität des Hosenbundes hängt. Und so gilt es diese Zwangsformel: "Hose kneift = Laune runter" zu durchbrechen. Bzw.: jegliche Zwangsformeln, wie "nie schaffe ich es……", jegliches katastrophieren.

Suche deine Lieblingskatastrophierungen………und frag dich, ob du sie behalten möchtest…

Alles ist gut

herzlich

Celia

PS: das Kapitel "eigene Denkmuster zu durchschauen" ist ein Unterkapitel von "Probleme sind nicht das Problem, das Problem, Problem sein lassen". Mit ziemlich vielen lesenswerten Gedanken......

Als Gast kommentieren

0 Zeichen Beschränkung
Dein Text sollte mehr als 10 Zeichen lang sein

Kommentare

  • Keine Kommentare gefunden
Zum Seitenanfang