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Heute ist ein guter Tag um glücklich zu sein    (u.a. Max Raabe)

"……steht das Glück vor der Tür, dann lass ich es rein… " Türe auf, reinlassen, Türe wieder zu, damits ein bisschen drinbleibt. Einfach so. Geht das?

An sich lasse ich ja alles Mögliche zur Tür rein. Ohne groß zu überlegen. Bis auf die Zeugen Jehovas, die mal ob meiner freundlichen Ansprache gleich wieder rückwärts die Treppe runter sind….aber es wäre eine Inventur wert, was man so alles die lieben langen Tage in sich hineinlässt. Und ich meine nicht nur Essen und Trinken. Obwohl das oft dasselbe sein kann. Lasse ich Unruhe in mich hinein, lasse ich gleich Beruhigungskohlehydrate hinterherpoltern …, lasse ich Traurigkeit in mich hinein, schicke ich kalorienhaltiges Dämpfungsmaterial hinterher…, lasse ich Angst hinein, esse ich sie sogar wahllos zu…. ja, und warum lass ich nicht einfach stattdessen Freude und Glück hinein?

Warum tut man nicht (öfter, wieder, permanent) DAS, was einem gut tut, einen glücklich macht? Warum braucht es (immer (wieder)) eine Erinnerung daran?

Die Psychoanalytikerin Susie Orbach sagt da ja ziemlich gnadenlos: weil man es nicht sein will. Sie sagt es bzgl. der Frage: warum bin ich zu dick? Und antwortet: Weil ich es sein will?

Die Frage ist nicht so blöde wie sie klingt. Irgendein vermeintlicher Gewinn, eine vermeintliche Freiheit steckt dahinter, wenn ich das Glück nicht hineinlasse (dick sein will).

Also das Alltagsgefühl lautet: Ich fühl mich nicht gut, zu dick, zu doof, zu gestresst, zu ängstlich, zu wütend, zu traurig = ich fühle mich und vergesse total, was ich davor gedacht habe um mich so zu fühlen. Dabei fühle ich mich so wie ich mich gedacht habe.

Und da gäbe es einen netten Umkehrschluss: Wenn ich mich anders fühlen will, dann müsste ich anders denken. Freudige Gedanken, schöne Gedanken……….

Was will ich fühlen? Was für einen Tag will ich haben? Wie will ich mich am Abend fühlen?

Die Krux ist: ich sollte das dann auch tatsächlich denken. Denn wenn ich es nur für eine schöne Theorie halte, ändert sich gar nichts. Im Gegenteil, ich bin flugs wieder in meinen katastrophigen, phobischen Gedanken drin. Ok, das ist ein bisschen übertrieben, aber: Da braucht es Übung.

Ein Selbstversuch: was könnte ich denken, damit mein Tag wunderbar wäre, ich am Abend zufrieden wäre? Ich denke, ich will einen wunderbaren Tag haben?

Ich merke, dass ich denke, ja stell dich doch jetzt nicht so dumm an. Das wirst du doch wohl hinkriegen = ich fühle mich unzufrieden. (Kurz vor meiner Selbstvorgabe war ich aber noch ganz zufrieden.) Und außerdem will ich meinen Tag ja nicht "auf wunderbar" durchgestylt haben. Ich würd mich auch gerne überraschen lassen (nur halt nicht negativ, hm!) Aber der Tag wird passieren, egal ob ich mich freuen will oder eben nicht. Das wird den Tag nicht stören. Und ich denke neu: wenn sich der Tag von mir nicht stören lässt, dann lass ich mich jetzt auch nicht vom Tag stören. Das klingt noch ein bisschen trotzig, geht aber in die richtige Richtung. Ich kümmer mich heute einfach um mich. Nicht um den Tag wie er wird, werden könnte, nicht werden sollte. Ich nehme mir lieber vor, alles, was mir den lieben langen Tag "passiert" und mir nicht passt, als Erinnerung zu nehmen für: Türe auf, Glück hineinlassen……..

Wo sperrst du das Glück aus? Wie willst du dich "wirklich" fühlen?

Alles ist gut

herzlich

Celia

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