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Niemand ist auf die Welt gekommen, mit der Pflicht und der Verantwortung dich glücklich zu machen Mohsen Charifi

Der Titel des neuen Buchs von Sonja Vukovic, "Außer Kontrolle", in dem u.a. die Hilflosigkeit von Eltern bei suchtabhängigen Kindern Thema ist, hat mich inspiriert. Zu "meinen" - hilflosen - Themen, die ich "außer Kontrolle" fühle, aber so waaaaahnsinnig gerne "unter Kontrolle" hätte. Du kennst das?

Ganz oben auf meiner Kontrollhitliste: XY hat sich so zu verhalten, wie ich mir das wünsche. Tut "er" (oder sie) aber nicht, weil: niemand mit der Verpflichtung auf die Welt gekommen ist, um mich glücklich zu machen. Normalerweise drehe ich den weisen Satz von Mohsen Charifi um und will damit allen meinen coachees klarmachen, dass sie es niemanden anderem Recht machen müssen. Außer sich selbst. Aber heute nehme ich den Satz mal im Original. Keiner muss so handeln, damit es mir gutgeht...

Mir das vom Kopf her klar zu machen, ist das eine. Das Herz nachfolgen zu lassen, das andere. Und so zeigt sich der gefühlte Kotrollverlust in unkontrolliertem Verhalten. Nicht zuletzt unkontrolliertem Essverhalten. Die "dummen" Plätzchen sind dafür allzeit bereite Symbole, gerade auch weil ich weiß, auch die Plätzchen sind nicht dazu da, um mich glücklich zu machen…..

Vom Kopf her weiß ich, dass die Antwort lauten sollte: es ist meine Verpflichtung mich glücklich zu machen. Niemandes sonst. Und das ist manchmal einfach irre schwer. Und ich scheitere regelmäßig daran, wenn ich dagegen ankämpfe. Wenn ich denke, mannomann, der andere müsste doch nur ganz einfach mal schnell…. und dann wäre alles gut. Nein, nichts wäre dann gut. Zumindest nicht auf Dauer. Denn dann wäre ich abhängig. Ein Zustand, der mir selbst noch mehr gegen den Strich geht.

Bei Plätzchen sehe ich ganz schnell ein, dass sie mich nicht glücklich machen können, wenn ich das nicht will. Ein Plätzchen ist ein Plätzchen. Ob es mich glücklich macht, weil es mir schmeckt oder ob es mich unglücklich macht, weil ich es eigentlich gar nicht essen will, das ist meine (Ess-) Entscheidung. Das Plätzchen ist nicht "dumm".

Übertragen heißt das: der/die Andere ist der/die Andere. Ob es mich glücklich macht, weil er/sie tut was ich will, oder ob es mich unglücklich macht, weil er/sie eben nicht tut, was ich will, das ist meine - wertende - Entscheidung. Der/die andere ist nicht "dumm".

In Kontrolle liegt die Fähigkeit die Übersicht zu behalten. Alles zu bedenken, alles im Auge zu behalten. Klingt stressig, ist stressig. Aber die Fähigkeit, den Überblick zu behalten, muss nicht heißen, dass ich mich in das hunderttausendste Detail - nein, bitte nicht Plätzchen;-) -  verbeißen muss, sondern eben den Überblick behalten kann. Dass ich sehe, dass das Einzige, was ich kontrollieren kann, die Richtung meiner Aufmerksamkeit ist. Lenke ich meine Aufmerksamkeit auf das xgste Plätzchen, esse ich meine Unruhe unkontrolliert zu. Lenke ich meine Aufmerksamkeit auf den/die anderen, bin ich nicht bei mir. Und "will" ich stattdessen meine Aufmerksamkeit auf mich lenken, erfordert das Disziplin, denn das heißt, dass ich nicht ständig meinen unruhigen, ja auch angstvollen Gedanken hinterherjage. Dass ich mich erinnere, dass das Leben läuft, wie es läuft und nur mein Widerstand dagegen mir das Leben schwer macht. Kann ich einverstanden sein damit, dass der/die andere nicht so will, wie ich will? Ganz ehrlich: Jein. Und bevor aus dem "ein" nicht ein "a" wird, weiß ich, wo ich mit meiner Aufmerksamkeit bin. Nämlich da, wo es mir nicht gut tut. Beim xgsten Plätzchen, bei den Anderen, bei meiner Angst, es wird nicht gut.

Worauf lenkst du deine Aufmerksamkeit?

Alles ist gut

herzlich

Celia

 

PS1: Auch wenn das Buch einen anderen Inhalt hat als mein Beitrag hier..... inspiriert hat mich schon der Titel...... und ich bin sicher, dass das Buch betroffenen Eltern helfen wird......

Sonja Vukovic Außer Kontrolle (vorbestellbar für den 21.12.17)

Unsere Kinder, ihre Süchte – und was wir dagegen tun können

Viele Eltern fühlen sich gefordert und ratlos: Das Internet nimmt immer mehr Raum im Leben ihres Kindes ein, Kiffen und sogar Essstörungen scheinen heutzutage ganz normal zu sein, Alkohol ab 13 kein Grund mehr, sich aufzuregen. Aber was ist noch liberal, was fahrlässig? Wie viel Autorität muss sein? Welche Verbote machen es schlimmer? In ihren Fallgeschichten lässt Vukovic Menschen zu Wort kommen, die keine Lobby haben und fast nirgendwo Gehör finden: Väter und Mütter suchtkranker Kinder. Sie zeigt das Leid der Familien - und wie sie heilen.

 

und 2. PS: Zum Adventskalender- Interview mit Sonja klickst du einfach hier

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